Lebensbejahung (RCV 1940)
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Das Ehepaar Walther und Johanna Rieber hielt 1940 eine gemeinsame Cary-Vorlesung. In dieser entwerfen sie eine an Goethe und Schweitzer orientierte philosophisch-humanistische Theologie, die Natur und Kultur, Leben und Tod bejaht.
„Wie wir wissen, daß die Summer aller Farben ein rein weißes Licht ergibt, so ist die Summe alles Geistigen die reine Harmonie einer völligen Stille. Beides ist dem Menschen unerreichbar und unerträglich. Das Menschenleben muß das reine Licht in Farben brechen und muß ebenso die Harmonie der absoluten Stille brechen in Klänge. Dem Menschen sind nun dazu nötig und gegeben Kraft und Willen, mit denen er gleichsam göttliches Licht und göttlichen Klang ins Menschenleben einfließen lassen kann. Kampfe, die dabei entstehen, müssen in der Auseinandersetzung zwischen dem menschlichen Willen und dem Geistigen ausgetragen werden; was aber einfließt in den menschlichen Tag, ist nicht Kampf, sondern Werk dienender, schenkender, helfender, veredelnder, kurz liebender Natur.“

