Das Ewige in seiner Gegenwärtigkeit und zeitliche Führung (RCV 1938)
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1938 luden die deutschen Quäker:innen den amerikanischen Quäker-Mystiker Thomas Kelly ein, die Cary-Vorlesung zu halten. Kelly, der Deutschland aus seiner Zeit im internationalen Quäkerbüro in Berlin kannte, sprach über die mystische Erfahrung als die Gegenwart transzendierende, sie damit aber nicht ignorierende Erfahrung.
„Es wird oft behauptet, man müßte, um diese Welt zu ertragen, zäh, unempfindlich und hart werden. Das herzangreifende Böse der Städte, das im Keime erstickte Leben, die Ungerechtigkeit, die Schmerzen und Tränen, all das müssen wir sehen. Wer nicht die schützende Hand der Gleichgültigkeit um sich ziehen kann, für den scheint es vernünftig zu sagen, wir können diese Welt nicht ertragen. Aber die Ewigee Gegenwärtigkeit, die über unsere Zeit gerbreitet ist, gibt uns niht den Schutz der Undurchdringlichkeit, sondern einen unerhört zart gebildeten Geist […]. Mit allen leiden wir. Zu dem leichteren Mitfühlen bei körperlichen Schmerzen kommt das Leiden über die Seelenblindheit, die wir überall erblicken. Denn es bringt Leiden mit sich, zu sehen, wie Haß das Leben vergiftet.“

