Berufung und Sendung (RCV 1954)
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In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1954 widmet sich Otto Peetz der Mystik der frühen Quäker als Gruppenmystik, und fragt, wie aus Anrufungs- und Erweckungserlebnissen in der Vergangenheit ein Auftrag in der Gegenwart wird.
„Das Berufungserlebnis von George Fox hat für uns noch heute lebendige Triebkraft, insofern aus ihm eine Gemeinschaft erwuchs, die tragend und bindend in unsere Existenz hineinreicht. Indem wir uns ferner in offener Bereitschaft an unseren Ort stellen, hören wir von Gott her den Anruf, der uns mit unserem ganzen Sein und Anspruch nimmt, uns eine Sendung aufträgt, uns aber auch für sie immer wieder aus neue Kraft und Führung geben will. Indem schließlich dieser Anruf uns da erreicht, wo wir jetzt und hier stehen, findet er uns in der Lage, in der wir an den Erschütterungen unsrer Zeit, an der Spannung ihrer Nöte und Gefahren, aber auch ihrer Erkenntnisse, Fähigkeiten und Möglichkeiten teilnehmen sollen und wollen. Die Vergangenheit als weiterwirkendes Geschehen, die Gegenwart als Ort unserer eigentlichen Anteilnahme, der Anruf des Ewigen als ständig neue Forderung, Ausrichtung und Befähigung – all diese will unsere Antwort in sich aufnehmen und in der Entscheidung unseres Gehorsams unserer Umwelt dienend und helfend mitteilen.“

