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Die Kraftquellen unseres Lebens (RCV 1950)

Otto Frick
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„Wenn der göttliche Geist sein Leben in uns begonnen hat, dann sind wir zum Frieden gekommen, weil Gott der Friede ist. Es wird uns freilich auch weiterhin kein Lebenskampf erspart bleiben, denn Friede bedeutet nicht Stillstand und Untätigkeit. Im Gegenteil, der Gottesfriede ermöglicht erst das wahre Leben ins uns selbst und in der Welt. […] Nur wenn wir selbst innerlich befriedete Menschen und unsere Quäkergruppen Zellen des Friedens sind können wir auch mithelfen, draußen in der Welt den Frieden zu schaffen.“
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Die Kraftquellen unseres Lebens (RCV 1950)

Otto Frick
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In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1950 fragt Otto Frick nach den Kraftquellen, die Quäkerinnen und Qu#kern zu aller Zeit halfen, Klarheit, Wahrhaftigkeit und Frieden zu fühlen und ihre Einsichten in Handeln zu übersetzen. Insbesondere die Andacht und das Gebet versteht Frick als solche Kraftquellen.

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Die Gewissenskrise unserer Zeit und die Bibel (RCV 1949)

Margarethe Geyer
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„Das ist der Weg, den die Bibel zeigt, wenn ein Mensch in Schuld geraten ist. Er geht über die Anklage des Gewissens in tiefste Not der Gottesferne und führt schließlich zur Lösung vom Bösen, zu neuer und tieferer Gottesgemeinschaft. Es ist ein Weg, der sich nicht begnügt, auf der Oberfläche die Spuren des Bösen durch Nichtweiterwichtignehmen oder durch Vergessen zu verwischen, sondern der wirklich Neues schafft, der ein echter Gesundungsprozess ist.“
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Die Gewissenskrise unserer Zeit und die Bibel (RCV 1949)

Margarethe Geyer
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In ihrer Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1949 diagnostiziert Margarethe Geyer eine Gewissenskrise, in deren Folge die einzelnen Menschen als Mitläufer in Massenbewegungen und als durch Naturwissenschaft und Kapitalismus determinierte Rädchen ihre eigene Handlungs- und Verantwortungsfähigkeit vergessen und leugnen. Ihre moraltheologischen Überlegungen argumentieren biblisch und aus der Erfahrung einer inneren Stimme, die mahnt: “Du sollst das Gute tun!”

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Gandhi und wir (RCV 1948)

Robert Limburg
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"Leben wir wirklich noch aus jenem Geiste, der jeden Krieg unmöglich macht? Wenn das tatsächlich der Fall würde, würde die Welt uns weniger dulden und schärfer verfolgen, wie sie es einst mit Fox und seinen ersten Verkündern der Wahrheit getan hat - und letzthin auch mit Gandhi und seinen Satyagraha-Kämpfern (und auch vielen Quäker-Dienstverweigerern). [...] Ich galube aber, wir müssen jetzt noch einen Schritt weiter gehen, als Gandhi es getan hat. [...]Es ist meine tiefste Überzeugung, dass wir aufhören müssen zu denken, uns zu fühlen und zu betrachten als 'wir' Deutsche, Franzosen, Engländer Amerikaner usw., und dass uns bewusst wird das andere 'wir'. Dass wir uns bewusst werden, dass wir [...] in Wirklichkeit ein Volk Gottes sind, Bürger eines Staates, der nicht von dieser Welt ist, aber doch in dieser Welt sein soll und Wirklichkeit werden muss."
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Gandhi und wir (RCV 1948)

Robert Limburg
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Die Cary-Vorlesung des Jahrs 1948 erschien (wegen des anhaltenden Papiermangels) nicht als eigenständige Publikation, sondern wurde im der Zeitschrift “Der Quäker” veröffentlicht. In ihr beschreibt der niederländische Quäker Robert Limburg das Leben, das Wirken und die spirituellen Überzeugungen Mahatma Gandhis. Die Vorlesung ergründet die Verbindungen zwischen Quäkerglauben und Satyagraha, zeugt von der Bewunderung für Gandhis Klarheit und Radikalität und formuliert einen Punkt, an dem die Quäker Gandhis Weg weitergehen könnten: als Überwindung des nationalen “wir” hin zu einem humanistischen Universalismus.

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Die Botschaft der Bibel (RCV 1947)

Emil Fuchs
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„Und wenn wir nun durch diese lange Heerstraße der Menschheit, auf der links und rechts all die großen und die großen Werke der Menschheit stehen, zurückschauen auf ihn und sein kleines Leben als Zimmermann von Nazareth und sein armes Sterben am Kreuz, was schauen wir eigentlich? Wir schauen einen, der gerufen ist – gerufen wie wir alle.“
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Die Botschaft der Bibel (RCV 1947)

Emil Fuchs
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Die erste Cary-Vorlesung nach dem zweitem Weltkrieg hielt der Quäker-Theologe Emil Fuchs. Aufgrund des Papiermangels wurde sie zunächst nicht gedruckt verbreitet, erst 1954 erschien eine Druckversion. Fuchs fragt in dem Text nach der Botschaft der Bibel jenseits von Überlieferung, Bekenntnissen und Autoritäten. Es geht ihm um die gelebte Erfahrung “Jesus” und die Wirklichkeit einer fortgesetzten Offenbarung, die George Fox erfuhr und die Fuchs für seine Gegenwart reklamiert – auch und gerade in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

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Lebensbejahung (RCV 1940)

Walter Rieber, Johanna Rieber
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„Wie wir wissen, daß die Summer aller Farben ein rein weißes Licht ergibt, so ist die Summe alles Geistigen die reine Harmonie einer völligen Stille. Beides ist dem Menschen unerreichbar und unerträglich. Das Menschenleben muß das reine Licht in Farben brechen und muß ebenso die Harmonie der absoluten Stille brechen in Klänge. Dem Menschen sind nun dazu nötig und gegeben Kraft und Willen, mit denen er gleichsam göttliches Licht und göttlichen Klang ins Menschenleben einfließen lassen kann. Kampfe, die dabei entstehen, müssen in der Auseinandersetzung zwischen dem menschlichen Willen und dem Geistigen ausgetragen werden; was aber einfließt in den menschlichen Tag, ist nicht Kampf, sondern Werk dienender, schenkender, helfender, veredelnder, kurz liebender Natur.“
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Lebensbejahung (RCV 1940)

Walter Rieber und Johanna Rieber
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Das Ehepaar Walther und Johanna Rieber hielt 1940 eine gemeinsame Cary-Vorlesung. In dieser entwerfen sie eine an Goethe und Schweitzer orientierte philosophisch-humanistische Theologie, die Natur und Kultur, Leben und Tod bejaht.

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Das Leben, ein Gebet (RCV 1939)

Carl Heath
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"[...] Und es gibt den geistlichen Dienst des Widerstandes gegen das Böse: Satyagraha gegen Himsa. Das schließt keine Gewalt in Gedanken oder Handlungen in sich, sondern es ist der göttliche Widerstand des in zusammengefaßten Menschen und der in sich geschlossenen Gesellschaft, alledem gegenüber, was als Unrecht erkannt ist. Satyagraha ist nicht, das mag bemerkt sein, ein bloßer Widerstand des Geistes oder Verstandes. Er umfapt das Widerstandleisten des ganzen Menschen, Körper, Verstand und Geist, sowie es Golgatha für unseren Herrn Jesus Chrstus war. Alles zusammengefaßte Widerstreben dem Bösen gegenüber kann zum Kreuz hinführen, - und tut es oft. Dieser geistliche Dient der Versöhnung, der der Einsicht und des Widerstandes – denn sie gehören zusammen und können in der Seele, die gelassen und darum in sich gefestigt ist, nicht getrennt werden - führt noch zu etwas anderem; zu der konkreten, aufbauenden Handlung im Leben."
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Das Leben, ein Gebet (RCV 1939)

Carl Heath
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Der britische Quäker Carl Heath hielt 1939 die Cary-Vorlesung. Heath hatte sich jahrzehntelang für die Einrichtung von “Quaker Embassies”, auch in Deutschland, eingesetzt und war federführend in der internationalen Friedensarbeit. Seine Cary-Vorlesung widmet sich dem Gebet, der Verbundenheit mit Gott, und dem Leben als Gebet – der Nächstenliebe und dem Handeln für den Frieden. In intensiver Rezeption der Werke Gandhis entwickelt Heath so eine Theologie des gewaltfreien Widerstands.

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Das Ewige in seiner Gegenwärtigkeit und zeitliche Führung (RCV 1938)

Thomas R. Kelly
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„Es wird oft behauptet, man müßte, um diese Welt zu ertragen, zäh, unempfindlich und hart werden. Das herzangreifende Böse der Städte, das im Keime erstickte Leben, die Ungerechtigkeit, die Schmerzen und Tränen, all das müssen wir sehen. Wer nicht die schützende Hand der Gleichgültigkeit um sich ziehen kann, für den scheint es vernünftig zu sagen, wir können diese Welt nicht ertragen. Aber die Ewigee Gegenwärtigkeit, die über unsere Zeit gerbreitet ist, gibt uns niht den Schutz der Undurchdringlichkeit, sondern einen unerhört zart gebildeten Geist […]. Mit allen leiden wir. Zu dem leichteren Mitfühlen bei körperlichen Schmerzen kommt das Leiden über die Seelenblindheit, die wir überall erblicken. Denn es bringt Leiden mit sich, zu sehen, wie Haß das Leben vergiftet.“
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Das Ewige in seiner Gegenwärtigkeit und zeitliche Führung (RCV 1938)

Thomas R. Kelly
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1938 luden die deutschen Quäker:innen den amerikanischen Quäker-Mystiker Thomas Kelly ein, die Cary-Vorlesung zu halten. Kelly, der Deutschland aus seiner Zeit im internationalen Quäkerbüro in Berlin kannte, sprach über die mystische Erfahrung als die Gegenwart transzendierende, sie damit aber nicht ignorierende Erfahrung.

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Die Religiöse Gesellschaft der Freunde (RCV 1937)

Alfons Paquet
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„Freunde sein, auch über die Unterschiede der Glaubensformen hinweg, scheint mir heute die Aufgabe. […] Freundschaft öffnet unsere Augen dafür, dass es eine Seele ist in unendlich vielen Menschen, die in allen Ländern wohnen.“
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Die Religiöse Gesellschaft der Freunde (RCV 1937)

Alfons Paquet
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In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1937 fragt Anfons Paquet nach der Bedeutung des Namens der Quäker, “Regiöse Gesellscahft der Freunde”: Was heißt es, einander Freund zu sein, was bedeutet es, Gesellschaft zu leben?

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Urchristentum, Quäkertum und wir (RCV 1936)

Hans Albrecht
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"Das Bewußtsein der Gegenwart Gottes in all unserem Tun und Denken unmitten der verwirrenden Erscheinungen des Lebens unserer Zeit und dies Herstellen der großen Einheit, in der Einzelmensch, Gruppe, Volk, Staat, Menschheit beschlossen ist in Gott, das ist der unscheinbare, aber entscheidende Beitrag, den das wahre Christentum zu der Not der Menschen unserer Zeit und zu der Lösung ihrer Probleme heute zu geben hat. Das war der Beitrag der Gemeinschaft der ersten Christen für ihre Zeit, als sie freudig durch alle Leiden gingnen, ohne Abwehr, ihne Haß, weil das Reiche Gottes mitten unter ihnen war. Und der Sieg ist ihnen geworden. Das haben die ersten Quäker wieder versucht. Sind auch wir bereut dazu, dieses Wagnis aus neue zu unternehmen in unserer Zeit und ihre Kleinglauben und Erschrecken vor den Stürmen über das Meer zu Ihm zu gehen?"
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Urchristentum, Quäkertum und wir (RCV 1936)

Hans Albrecht
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Die erste Cary-Vorlesung hielt 1936 Hans Albrecht, der aus Schreiber der Jahresversammlung im Nationalsozialismus versucht, die Aufgabe der Quäker zu bestimmen. Seine Vorlesung vergleicht die Situation und Antworten der Urchristen mit jenen der Frühen Quäker und der Quäker in seiner Gegenwart.

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