Gott, Religion und die Konfessionen : Versuch einer Klärung (RCV 1975)
Gott, Religion und die Konfessionen : Versuch einer Klärung (RCV 1975)
In seiner RCV von 1975 geht Gerhard Schwersensky der Frage nach, ob eine Gottesauffassung möglich ist, die keinen Gegensatz zu unserem wissenschaftlichen Weltbild darstellt. Er sieht eine allumfassende Gemeinsamkeit von Irdischem und Spirituellem, Religion als Erleben und Verbundenheit von Mensch und Geist, eine wechselseitige Hingabe ohne Verbote oder Strafe. Äußere Hilfsmittel zur Erlangung religiöser Erlebnisse hindern nur die Dynamik in der Beziehung Mensch – Gott.
Schöpferisches Zuhören (RCV 1974)
Schöpferisches Zuhören (RCV 1974)
Blamires fragt in seiner Cary-Vorlesung von 1974: “Wie erkennen wir das Göttliche in jedem Menschen? Wie lernen wir den anderen Menschen in seiner Andersartigkeit zu akzeptieren? Wie können wir gegenseitiges Vertrauen entwickeln?” und bringt Einsichten Martin Bubers mit der Methode des “Creative Listening” zusammen.
Einige Aufgaben und Möglichkeiten der Erziehung (RCV 1973)
Einige Aufgaben und Möglichkeiten der Erziehung (RCV 1973)
William Fraser macht sich in seiner Cary-Vorlesung von 1973 Gedanken über unsere Aufgaben als Erziehende im Hinblick auf die Entwicklung von Gemeinschaft und auf die Art von Persönlichkeit, die wir in uns und in unseren Schüler:innen entwickeln müssen, wenn Gemeinschaft gefördert werden soll. Mythen, Gleichnisse, Dichtung nimmt er dabei in den Blick, nicht als Alternative zum Glauben oder als neuen Weg zum Heil, sondern als wichtiges Element für das Wachstum der Persönlichkeit, als liebevolle Hinweise und Fürsorge.
Das Schöpferische in einer gefährdeten Welt (RCV 1972)
Das Schöpferische in einer gefährdeten Welt (RCV 1972)
Otto Czierski spannt in seiner Cary-Vorlesung von 1972 einen weiten Bogen durch seine Lebenszeit, das 20. Jahrhundert, und weiter von der Sklavenbefreiung im 19. Jahrhundert bis in biblische Zeiten. Er weist auf die ermutigenden Begebenheiten, wie schöpferische Phantasie, bestehende Verhältnisse anders zu denken, und der Mut, sie zu gestalten, eine bessere Welt entstehen lassen. „Ihr habt es böse mit mir gemeint. Gott aber hat es gut mit mir gemeint,” die Worte Josephs an seine Brüder. [1. Mose 50,20]
Gott braucht Menschen (RCV 1971)
Gott braucht Menschen (RCV 1971)
Ekkehart Stein begreift in seiner Cary-Vorlesung von 1971 “Gott” als “das eine Ganze”, das alles sich differenzierende Einzelne integriert. “So ist das Einzelne auf Gott und Gott auf das Einzelne angewiesen. (…) So tragen wir Menschen für unser Schicksal selbst die Verantwortung. Gott kann sie uns nicht abnehmen, weil er das eine Ganze ist. Deshalb braucht er für seine Entfaltung Menschen.”
In dem, was ewig ist (RCV 1970)
In dem, was ewig ist (RCV 1970)
“‘Begegnet einander in dem, was ewig ist’, war George Fox‘ Weisung zu seiner Zeit, und ich glaube, es war seinen Zeitgenossen ebenso klar wie ihm selber, was das sei. Ist es das auch heute noch für uns?” fragt Eva Hermann in ihrer Cary-Vorlesung von 1970, und antwortet mit Reflexionen über Mystik, Alltag, den Wandel des Gottesbildes und das, was über die Zeiten beständig bleibt.
Mitmenschliche Verantwortung, Realität des Alltags (RCV 1969)
Mitmenschliche Verantwortung, Realität des Alltags (RCV 1969)
In ihrer Cary-Vorlesung von 1969 spricht Annemarie Cohen, Ausbilderin in Alten- und Krankenpflege, Schwerpunkt Beschäftigungstherapie, vom “Freundsein”, vom “Helfer” werden in der Not, einem Grundanliegen der Quäker. Fachliche Ausbildung allein schafft nicht die heilende Atmosphäre der Mitmenschlichkeit. Um Patient:innen, die aus ihren gewohnten Teilordnungen herausgefallen sind, heilend zu helfen, müssen sich Pflegende der Urordnung anvertrauen; sie gibt den Helfenden Kraft, den Notleidenden Heimat.
Gegenseitige Erleuchtung (Mutual Irradiation) : ein Quäker-Standpunkt zur Ökumene (RCV 1968)
Gegenseitige Erleuchtung (Mutual Irradiation) : ein Quäker-Standpunkt zur Ökumene (RCV 1968)
Im Kielwasser des 2. Vatikanischen Konzils erwägt Douglas Steere in seiner Cary-Vorlesung von 1968 die ungeahnten Möglichkeiten der “die ganze Welt umfassenden” Ökumene. Er wirbt für ein Verhältnis der Religionen, das er “gegenseitige Erleuchtung” nennt, “bei der jede Religion bereit ist, das Wagnis zu unternehmen, die innere Botschaft der anderen mit großer Aufgeschlossenheit zu empfangen und ihre eigene geistige Erfahrung mit der anderen zu teilen, im Vertrauen darauf, dass was immer die Wahrheit in jeder Erfahrung ist, ausstrahlen und die Erfahrung der anderen vertiefen wird.”
Sucht, findet, teilt: Jetzt ist die Zeit (RCV 1967)
Sucht, findet, teilt: Jetzt ist die Zeit (RCV 1967)
Inspiriert durch ihre Teilnahme an einer Quäker-Weltkonferenz zeigt Margaret Gibbins in ihrer Cary-Vorlesung von 1967, wie die Gegenwart Gottes uns in der Tiefe zusammenführen kann, wenn wir bereit sind, das Gefundene mit anderen zu teilen, sei es durch Worte, sei es durch Taten im täglichen Leben. Kann die weltweite Religiöse Gesellschaft der Freunde mit gemeinsamer Stimme Christen, anderen Religionen, dem heutigen Menschen etwas Neues sagen, Gottes Wille erkennen im gemeinsamen Ringen?
Geistige Vertiefung und religiöse Verwirklichung durch Fasten und meditative Abgeschiedenheit (Retreat) (RCV 1966)
Geistige Vertiefung und religiöse Verwirklichung durch Fasten und meditative Abgeschiedenheit (Retreat) (RCV 1966)
Für Otto Buchinger junior, den Autor der Cary-Vorlesung 1966, ist das meditative Fasten ein unmittelbares, geistiges und religiöses Erlebnis, in dem z.B. frühchristliche Mystiker ihr „Inneres Licht“ entdeckten. In einem Quäker-Retreat zieht der Mensch sich zurück, um betend und betrachtend Gottes Willen zu erfahren. Im Vorwort berichtet Otto Buchinger senior vom medizinischen Erfolg des Heilfastens.
Der Mut zur reinen Tat : Richard Ullmann, sein Leben und sein Werk (RCV 1965)
In der Cary-Vorlesung von 1965 rekapituliert Helene Ullmann mit Empathie und Sachverstand das Wirken ihres verstorbenen Mannes, dem Germanisten, Lehrer, Philosophen, Bibliothekar, Übersetzer, Dichter, Musiker, Friedensarbeiter. Nach Aufenthalten in China, Griechenland und – jüdischer Ahnen wegen – im KZ, werden ihm Woodbrooke und London neue Heimat, nach dem Krieg der Quäker-Hilfsdienst in Deutschland, die Erwachsenenbildung und die internationale Verständigung.
Quäkerhaltung in unserer Zeit : ein Bekenntnis (RCV 1964)
Quäkerhaltung in unserer Zeit : ein Bekenntnis (RCV 1964)
Die Cary-Vorlesung von Walther und Johanna Rieber von 1964 nimmt sich kritisch-systematisch der zentralen, konstitutiven Fragen in der Religiösen Gesellschaft der Freunde an: Die Ansichten über Gott, Jesus, Tradition, Ordnung, Lebenshaltung, Stellung zu den großen Kirchen, Mitgliedschaft, Mission und Gesellschaft scheinen oft schwankend zwischen geistiger Beliebigkeit und uniformer Praxis, zunehmend fern der geistig-religiösen Wurzeln, zu sein, wo Kontinuität und Festhalten für Halt sorgen könnten
Prophet, Vermittler, Versöhner (RCV 1963)
Prophet, Vermittler, Versöhner (RCV 1963)
In seiner Cary-Vorlesung von 1963 prüft Roland Warren “die Beziehung von Wahrhaftigkeit, Versöhnung und Friedfertigkeit”. Dem Prophet ist die Wahrheit am wichtigsten, dem Vermittler die Unvoreingenommenheit, der Versöhner hingegen ist Teil des Konflikts und vertritt seinen Standpunkt, dafür ist ihm Friedfertigkeit unerlässlich, er lässt sein Gegenüber gelten. An den Beispielen John Woolmans und Jesus von Nazareth macht er dies deutlich.
Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Frieden (RCV 1962)
Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Frieden (RCV 1962)
Wahrhaftigkeit: wenn wir innerlich zu dem stehen, was wir sagen. Gerechtigkeit: wenn wir unserem Gegenüber bei der Lösung des Problems mit Liebe und Verständnis helfen. Frieden: braucht Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. An einem Panoptikum großer Friedensstifter (Nansen, Noel-Baker, Gandhi u.v.m) erwägt Elisabeth Rotten in ihrer Cary-Vorlesung von 1962 deren Balance.
… auf dass wir leben (RCV 1961)
… auf dass wir leben (RCV 1961)
In seiner Cary-Vorlesung von 1961 erläutert Horst Brückner seine Vorstellung einer Religiosität, die „in der Vergangenheit wurzelt, in der Gegenwart lebt und tatkräftig die Zukunft mitbaut“, und zeigt uns anhand vieler neutestamentlicher Stellen, warum die Botschaft Jesu bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat, einer Kraft, die aus dem Inneren kommt, aus einer göttlichen Erfahrung, die nicht nur Jesus, sondern uns allen möglich ist.
Jesus und wir (RCV 1960)
Jesus und wir (RCV 1960)
In seiner Cary-Vorlesung von 1960 geht es Emil Fuchs nicht um den dogmatisch erhöhten “Christus”, an den man glauben soll, sondern den Jesus aus Galiläa, den die Menschen seiner Zeit erlebten, dessen Leben und Lehren mit großer Kraft bis heute nachwirken. Seine Botschaft von Gottes Schöpferkraft der Liebe hilft uns, für unsere Mitmenschen, die für uns ein Geschenk sind, heilbringend zu wirken.
Quäker im Atomzeitalter (RCV 1959)
Quäker im Atomzeitalter (RCV 1959)
Fred Trittons Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1959 beschreibt die gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Umwälzungen der Nachkriegszeit – von Atomwaffen bis zur Jugendbewegung – und zeigt, dass diese neue Welt Herausforderungen, aber auch Chancen bietet. Zentral ist für ihn, dass die Quäker:innen nicht bloß als „Dienende“, sondern als „Freunde“ in geistiger Freundschaft mit Gott und den Menschen leben. Daraus erwächst für Tritton ein Zeugnis von Liebe, Freundschaft und Vertrauen, das den Ängsten des Atomzeitalters Hoffnung und Orientierung entgegensetzen kann.
Der innere Friede und die notwendige Unruhe (RCV 1958)
Der innere Friede und die notwendige Unruhe (RCV 1958)
Margarete Lachmund betont in ihrer Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1958, dass echter innerer Friede aus der Verbundenheit mit Gott entstehe. Er dürfe aber nicht in Passivität münden, sondern müsse immer in tätiger Liebe und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen sichtbar werden. Der Friede im Glauben führe daher zu einer „heiligen Unruhe“, die den Menschen antreibt, gesellschaftlich zu handeln und für Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden einzutreten.
Die Stellung der Bibel in der “Gesellschaft der Freunde” (RCV 1957)
Die Stellung der Bibel in der “Gesellschaft der Freunde” (RCV 1957)
In ihrer Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1957 stellt die evangelische Theologin und Quäkerin Ruth Elsner von Gronow die Frage nach der Bedeutung der Bibel in der Erfahrungsreligion Quäkertum. Ihr Ausgangspunkt ist dabei, dass die Bibel nicht der einzige Zugang zur Wahrheit sein kann, weil auch etwa Gandhi ohne Bibelbezug das verstehen und leben konnte, was den Kern der biblischen Botschaft ausmache. Ihre umfangreiche Bibelkenntnis nutzt sie im Vortrag, um den Freund:innen Ohren und Herzen zu öffnen, für das, was zu ihrer Verfassung sprechen könnte.
Vom Wesen der Begegnung (RCV 1956)
Vom Wesen der Begegnung (RCV 1956)
In ihrer Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1956, die nach dem “Wesen der Begegnung” fragt, nach dem, was in der Begegnung von Menschen wahrhaftig aufscheint, bezieht sich Henriette Jordan auf Quäkertradition, christliche und jüdische Mystik gleichermaßen. Und sie denkt immer wieder zurück an die Zeit des Nationalsozialismus, an die kleinen Akte des Widerstands und der Solidarität, die Leben und Hoffnung retten konnten.
Was bedeutet uns Paulus? (RCV 1955)
Was bedeutet uns Paulus? (RCV 1955)
In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1955 fragt Wilhelm Mensching – Pfarrer, Friedensaktivist, Missionar, Quäker – nach der Bedeutung von Paulus. Seine Antwort kreist um die Bedingungen des historischen Jesus und historischen Paulus, beschreibt Paulus als Bahnbrecher der Versöhnung, der Frieden zwischen den Religionen forderte.
Berufung und Sendung (RCV 1954)
Berufung und Sendung (RCV 1954)
In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1954 widmet sich Otto Peetz der Mystik der frühen Quäker als Gruppenmystik, und fragt, wie aus Anrufungs- und Erweckungserlebnissen in der Vergangenheit ein Auftrag in der Gegenwart wird.
Die göttlichen Kreise : Erziehung im Geiste des Quäkertums (RCV 1953)
Die göttlichen Kreise : Erziehung im Geiste des Quäkertums (RCV 1953)
In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1953 analysiert der Lehrer Willy Wohlrabe die Situation der Erziehung und ihrer Institutionen im Nachkriegsdeutschland, mit dem Blick auf Familie, Schule, Heime und die religiöse Gesellschaft der Freunde. Er sucht nach Möglichkeiten einer Erziehung zum Frieden, die für ihn als Selbsterziehung der Erwachsenen beginnen muss.
Rufus M. Jones und sein Werk (RCV 1952)
Rufus M. Jones und sein Werk (RCV 1952)
In seiner Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1952 stellt Cornelius Kruse Leben und Werk von Rufus M. Jones in den Mittelpunkt. Kruse sieht Jones als den wichtigsten Quäkerhistoriker und -theologen des 20. Jahrhunderts und führt ausgehend von einer biographischen Skizze in die wichtigsten Erkentnisse des amerikanischen Quäkers ein, der Kruse auch persönlich tief beeindruckt hat. Der Text enthält viele Zitate aus dem (größtenteils nicht auf deutsch verfügbaren) Werk Jones’.
John Woolman : Von der schöpferischen Kraft der Persönlichkeit (RCV 1951)
John Woolman : Von der schöpferischen Kraft der Persönlichkeit (RCV 1951)
Manfred Pollatz’ Cary-Vorlesung aus dem Jahr 1951 schildert detail- und kenntnisreich das Wirken und den Glauben des amerikansichen Quäkers John Woolman und dessen Kampf gegen den Sklaverei. Die Vorlesung taucht aber nicht nur tief ins 18. Jahrhundert – für Pollatz ist die Haltung Woolmans, dessen Schriften er 1931 ins Deutsche übersetzt hatte, hochaktuell. Sie inspirierte ihn zum Widerstand und gab ihm während der KZ-Haft Hoffnung.
